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Liegeräder

1. Velo-Velocars

Warum nicht das Prinzip des Velocar als preiswertes, besonderes Fahrrad anbieten? So ungefähr müssen sich die Mochet´s gefragt haben. 1932 gingen Sie daran, mit einem konstruktiv ausgereiften Einspurliegerad, dem "Velo-Velocar", den Markt zu erobern. Kaum etwas bietet sich mehr an, als sportliche Erfolge, um den aerodynamischen Vorteil unter Beweis zu stellen. So wurden im Jahre 1933/34 zahlreiche Bahnrekorde erobert. 1934 ging die kleine Firma auch daran, den Straßen-Radrennsport zu erobern. Noch bevor es zu größeren Erfolgen kommen konnte, wurde das zunächst homologierte (zugelassene) Fahrrad, 1934 von dem Fahrradweltverband UCI verboten.
Die Velo-Velocars hatten ebenfalls die von den Velocars her bekannten Zwischengetriebe. Sicherlich ein konstruktiver Vorteil für Liegeräder, dadurch werden die einzelnen Ketten nicht zu lang. Außerdem konnte so ein zusätzlicher Gangwechsel eingebaut werden. Am Zwischengetriebe gab es zwei bis vier Gänge.

 

Velo-Velocar
um 1933
Velo-Velocar
Rennversion mit drei Kissen und verstellbarer Rückenlehne und verstellbarer Kopfstütze. Eines der allerersten Modelle mit der kurzen geraden Vorderradgabel. Hinterbau angeschraubt und die markante Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung. Am vorderen Tretlager sind zwei Kettenblätter moniert.
Besitzer: Bob Cordon-Champ, Großbritannien

Velo-Velocar Nimwegen
um 1933
Velo-Velocar
Noch die alte Rahmenversion, breiterer Sitz, Hinterbau angeschraubt und die markante Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung. Die Gabel ist jetzt verlängert.
Besitzer: Museum
Velorama, Nimwegen, Niederlande

Mochet Velo-Velocar NMS
um 1933
Velo-Velocar
Frühe Ausführung mit der markanten Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung und der längeren Gabel. Ob Hinterbau und die Ausführung ohne mittleres Getriebe stimmen ist fraglich.
Foto: National Museums Scotland
Besitzer:
National Museums Scotland

mochet-velo-velocar-spezi2006
um 1933
Velo-Velocar
Frühe Ausführung mit der markanten Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung und der längeren Gabel. Besitzer kommt aus Frankreich und war zu Besuch bei der Spezi 2006 in Germersheim. Wer kennt den Besitzer?
Foto:
Velovision Magazine

Velo-Velocar Roeselare
früh 1934
Velo-Velocar
Lange Gabel, angeschraubter Hinterbau. Hier ist zum ersten mal das Zwischengetriebe direkt seitlich an das Zentralrohr angeflanscht. Noch mit Hinterbau angeschraubt und die markante Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung.
Besitzer: National Cyclist Museum, Roeselare, Belgien
Foto: National Cyclist Museum, Roeselare, Belgien

Velo-Velocar Cadouin
Frühjahr 1934
Velo-Velocar
Lange Gabel, Mittelgetriebe gleiche Höhe wie Rahmenrohr. Jetzt aber zum ersten mal die direkte Lenkung mittels Gelenk, aber noch der angeschraubte Hinterbau mit den Winkelprofilen.
Besitzer: unbekannt (verkauft auf Veterama 2007, zuvor Musee de Velocipede, Cadouin, Frankreich)
Fotos: Steven Wood (USA)
Link:
www.jstevenwood.com/velomusee.htm

St. Etienne
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Standard Luxe" mit vier Gängen und der Sonderausstattung Gepäckträger
Besitzer: Museé d´ Art et d´ Industrie, St. Etienne

Sascha Kaltwasser
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Standard Luxe" mit vier Gängen und der Sonderausstattung Gepäckträger, dazu vorn zwei Kettenblätter, zusätzlich mit einer selbstgebauten Angelhalterung versehen (Diese wurde mittlerweile entfernt, da die Schaltung dadurch unbrauchbar wurde).
Besitzer: Sascha Kaltwasser

Velo-Velocar eigenes
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Standard Luxe" mit vier Gängen und der Sonderausstattung Gepäckträger
falsche Schutzbleche, Reifen, Felgen und Farbe (lieferbar Original nur schwarz)
Besitzer: Michael Grützner, GB

Velo-Velocar Microcarmuseum
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Touriste Luxe" das noch teurere mit dem "Gepäckkasten", der gleichzeitig auch aerodynamische Verkleidung ist
Besitzer: The Bruce Weiner Microcar Museum Inc.
Foto: Microcarmuseum
Link:
www.microcarmuseum.com/tour/velo-velocar.html

Velo-Velocar Urs Hänggi
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
einiges umgebaut, jedoch ein Original Velo-Velocar
Besitzer: Urs Hänggi, Schweiz

Velo-Velocar Veignal
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Touriste Luxe" das noch teurere mit dem "Gepäckkasten", der gleichzeitig auch aerodynamische Verkleidung ist, vier Gänge.
Besitzer: Gérard Veignal, Frankreich

 

2. Velorizontal

Die Enttäuschung über das Verbot des Velo-Velocar, sowie wahrscheinlich auch mangelnder kommerzieller Erfolg und der Tod von Charles Mochet (ebenfalls 1934) ließen das Interesse am Velo-Velocar wohl deutlich abkühlen. Nach Arnfied Schmitz wurden Velo-Velocars noch bis 1940 gebaut. Georges Mochet interessierte sich fortan mehr für Rekordfahrten auf Einspurliegerädern.
Das Prinzp Liegerad wurde durch eine Mochet-Lizenzfertigung fortgeführt. Das Velorizontal wurde als "licence Velocar" vertrieben. Es handelte sich dabei um eine deutlich vereinfachte Konstruktion, bei der das Zwischengetriebe wegfiel. Außerdem wurde das Hinterrad bei späteren Modellen vergrößert. Wahrscheinlich erst nach 1934 in Serie gegangen. Es war um 200 France günstiger. Der Startpreis des letzten Modells betrug nunmehr nur noch 670 France statt ab 870 France für das Velo-Velocar.

Velorizontal Wagenknecht
nach 1934
Velorizontal
sehr guter Originalzustand, Schriftzug "Velorizontal", Rahmen identisch zum früheren Velo-Velocars (nur ohne Zwischengetriebe), vereinfachter Gepäckträger, nach den Velo-Velocars produziert da noch gleich große Räder (!)
Besitzer: Tilman Wagenknecht, Deutschland

Velorizontal
nach 1934
Velorizontal
sehr guter Originalzustand, Schriftzug "Velorizontal", Rahmen identisch zum früheren Velo-Velocars (nur ohne Zwischengetriebe), vereinfachter Gepäckträger, nach den Velo-Velocars produziert da noch gleich große Räder (!). Entspricht exakt dem vorhergehenden Rad von Tilman Wagenknecht.
Besitzer: Bob Cordon-Champ, Großbritannien

Velorizontal Amneville
nach 1934
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Musee de la Moto & du Velo, Amneville, Frankreich
Foto: Kaltwasser

Velodroom
nach 1934
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Museum Velodroom, Snellegem, Belgien

Deutschland
nach 1934
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: in Deutschland

Schlaepfer
nach 1934
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Beda Schläpfer (CH)

DFM
nach 1934
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell. Unter Restauration!
Besitzer: Deutsches Fahrradmuseum Bad Brückenau

Brechoteau
nach 1934
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Brechoteau (FR)

Velorizontal Cadouin
nach 1934
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Musee de Velocipede, Cadouin, Frankreich
Fotos: Steven Wood (USA)
Link:
www.jstevenwood.com/velomusee.htm

mochet-velorizontal-fr-musevelo
nach 1934
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Le Musée du Vélo, La Fresnaye sur Chédouet, Frankreich
Link:
http://www.museeduvelo.com/

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